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Gott und die welt

Teil III
Unsere Vorfahren beobachteten das
Walten der Natur genau und
vermuteten hinter all dem, was ihnen
unerklärlich schien, das Wirken der
Götter. Frühe Astrologen versuchten
anhand der Sterne den Willen der
Götter zu bestimmen und entdeckten
in den Gestirnen nur immer wieder-
kehrende astrologische Regelmäßig-
keiten und kosmische Gesetze.

Anfang des 19. Jahrhunderts
formte sich aus den ketzerischen
Theorien und Forschungen von
Galilei, Newton und Laplace der
wissenschaftliche Determinismus.
Dabei geht es im Wesentlichen um
die Erkenntnis, dass das Universum
einem System von Vorschriften und
Gesetzen gehorcht, welche durch
wissenschaftliche Beobachtung
(Empirismus) zu bestimmen und zu
erklären sind. Ergebnisse bereits
initiiert, und unter Kenntnis aller
bestimmenden Faktoren – sogar
errechenbar sind.

Dadurch wurde die Kirche
entmachtet und Gottes Wirken in der
Schöpfung auf die Genesis reduziert.

Nur von den Früchten des Baumes in der
Mitte des Gartens hat Gott gesagt: „Esset
nicht davon, ja rühret sie nicht an, sonst
müsst ihr sterben!“ Die Schlange aber
sprach zur Frau: „O nein, auf keinen Fall
werdet ihr sterben. Vielmehr weiß Gott,
dass euch, sobald ihr davon esset, die
Augen aufgehen,und ihr wie Gott sein
werdet!“

Genesis

Was uns die Schlange verheimlicht hat:
Der Apfel der Quanten-Theorie ist für uns
Menschen schwer verdaulich.

Sobald die Forscher grundlegende
Fragen zur Quantenwelt stellen,
verlieren sie jeglichen empirischen
Boden
unter den Füßen und beginnen
meist unbewusst Ideen zu importieren
die in der Quantentheorie einfach
nicht zutreffend sind.

Hawking schreibt:
Einsteins
„Allgemeine Relativitätstheorie“ versagt in
der Nähe des Urknalls, weil sie eine
sogenannte klassische Theorie ist. D.h., sie
setzt stillschweigend etwas voraus, was aus
Sicht des gesunden Menschenverstandes
als selbstverständlich erscheint. Sie geht
davon aus, jedes Teilchen besitze eine
genau definierte Position und eine genau
definierte Geschwindigkeit.
Anfang des 20.Jahrhunderts entdeckte
man aber, dass sich nicht genau
berechnen ließ, was bei extrem kleinen
Abständen geschieht. Der Natur selbst
scheint ein gewisses Maß an Zufälligkeit
und Ungewissheit innezuwohnen, das sich
nicht beseitigen lässt. Egal wie gut die
Berechnungen und entsprechenden
Theorien sind. Diese Erkenntnis fasst die
Unschärferelation von Werner Heisenberg
zusammen. Wir sind nicht in der Lage,
sowohl die Position wie auch die
Geschwindigkeit eines Teilchens genau
vorherzusagen. Je genauer die
Geschwindigkeit definiert wird, desto
weniger lässt sich die Position
bestimmen. Und umgekehrt

Bizarr!
Aus dieser bestürzenden Erkenntnis
resultierte die Quantenmechanik.
Nimmt
man nämlich anstatt einzelner
völlig unberechenbarer Elementar-
teilchen eine bestimmte Menge (
ein
Quantum
) kann über Korrelation eine
statistische Voraussage über deren
Verhalten insgesamt getroffen
werden. (
z.B. die Halbwert-Zeit )

Einstein war damit nicht
einverstanden
: „Gott würfelt nicht!“
War sein Kommentar.
Nun, anscheinend doch...

Bereits vor etwa hundert Jahren
stürzte das berühmte Doppelspalt-
Experiment, bei dem einzelne Licht-
photonen auf einen Beobachtungs-
schirm abgeschossen wurden, alle
bisher dagewesenen Theorien über
Licht- und Materiewellen, aber in
letzter Konsequenz auch die Allein-
gültigkeit der Relativitätstheorie
vom Sockel. Quantenobjekte zeigen

dabei ein Verhalten, das weder mit
dem klassischen Wellenbild noch mit
dem klassischen Teilchenbild
befriedigend erklärt werden kann.

(Dem interessierten Leser lege ich hiermit
den You-Tube Beitrag „Das Doppelspalt-
Experiment“ ans Herz
)

Aber was tun, fragt sich der Physikus –
wenn man sich nicht mal mehr auf die
Relativitätstheorie verlassen kann?

Nun seit einiger Zeit gibt es eine
neue Theorie-Hoffnung: Statt die
elementarsten Quantenteilchen, wie
bisher als ausdehnungslose Punkte
zu betrachten, postuliert man sie als
winzig kleine Fädchen
(englisch - „strings“) . All die
verschiedenen Elementarteilchen
,
so die Idee, könnten auf eine
einzige Sorte Strings zurückgeführt
werden, die lediglich in
unterschiedlichen Frequenzen
schwingen.
Damit wäre die Teilchen-Vielfalt
aus der Welt und die vibrierenden
Strings vertrügen sich auch besser
mit der Gravitationstheorie...

Hurra - Doch noch lässt sich die
String-Theorie – allen protzig
vorgetragenen Spekulationen
zum Trotz - mathematisch nicht
fassen und schon gar nicht beweisen.

Bis hierher hat uns der Forscherdrang
geführt und hier droht der, auf
empirischer Beobachtung gestützten
Wissenschaft der Kollaps.
Am Ende sehen wir uns vielleicht
gezwungen, Heisenbergs Maxime zu
akzeptieren, der zufolge wir die
Realität nur
in der Mathematik finden
können; jenseits der Mathematik
aber Gefahr laufen, uns in Trug und
Paradoxien zu verstricken.

Hm,
auf das mit den Paradoxien hat
uns doch der alte Kant schon vor
250 Jahren hingewiesen.

Außerdem sind wir wieder –

- wie schon zuvor - bei den
Extrapolationen moderner Physik
und den (
wilden) Spekulationen
angelangt.

Oder gibt es mehr als nur die streng
„naturalistische / materialistische“
Sicht
der Dinge? Ist Realität vielleicht
genauso relativ wie die Zeit?

Kann es mehrere Realitäten geben?
Kann es einen anderen Ansatz
geben?

„Es gibt mehr Dinge zwischen
Himmel und Erde , als Eure
Schulweisheit sich träumen lässt .

Shakespeare Hamlet 1. Akt

Fortsetzung folgt

Emil