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Gott und die welt

Teil VI
„Das in-Frage stellen althergebrachter
Denkmodelle und Entwickeln völlig
neuer Konzepte kann nur gelingen,
dank jenem persönlichen Elysium
namens Intelligenz und der wunder-
baren humanen Fähigkeit selbst
Abstraktionen so zu verbinden, dass
sie ein Muster ergeben.“
(Zitat: Sir Peter Ustinov)

„Je genauer wir das Universum
studieren, desto mehr erweckt es den
Anschein von einem reinen
Mathematiker entworfen zu sein, und
ähnelt immer weniger einer großen
Maschine und immer mehr einem
großen Gedanken.“
(Zitat: Sir J. Jeans aus seinem Buch 1942)
Englischer Physiker und Astronom
– Mit dieser großen Maschine meint Jeans
die naturwissenschaftliche Strömung, die
auf Descartes und Newton zurückgeht, und
den naturwissenschaftlichen Phänomenen,
mechan. Aufbau und Strukturen zuordnet.)

Nun zu dem angekündigten Aufsatz
„Der Holismus der Quantenphysik“
von Prof. Dr. Michael Esfeld
in Auszügen - Es gibt von Esfeld übrigens
mehrere You-tube Beiträge und mehrere
Buchveröffentlichungen.

Versuche im Bereich der Quantenphysik,
z.B. die sogenannte „Verschränkung“,
in welcher „verschränkte Teilchen“ im
selben Moment ihren Zustand verändern,
unabhängig davon, wie weit sie von
einander entfernt sind, stellen die
klassische Physik in frage. Zustands-
verschränkungen sind deshalb
verblüffend, weil die Eigenschaften des
Ganzen darauf hinauslaufen, dass die
Quantensysteme, die seine Teile sind,
einige der Eigenschaften, nicht separat,
sondern nur zusammengenommen
aufweisen - in dem Sinne, dass die
resultierenden Eigenschaften des
Ganzen die Weise anzeigen, in der die
Teile miteinander verbunden sind in
Bezug auf Eigenschaften wie Ort,
Impuls und Spin.

Dabei erfordert die Quantenphysik
tiefgreifende Änderungen unserer
Sicht zumindest im mikrophysikalischen
Bereich im Vergleich zu dem, was in
der Philosophie der klassischen Physik
vertreten wurde.
….........................................................

Randbemerkung:
Daher die Unversöhnlichkeit mit der
die Quanten- und die Gravitations-
theorie nebeneinander stehen und
einfach nicht zusammenpassen
wollen. Aber die Gravitationstheorie
war zuerst da, deshalb verteidigt sie
immer noch wacker Platz 1 und
verlangt, dass sich die Quanten-
Theorie gefälligst in ihr Bild des Kosmos
integrieren lassen soll.
….......................................................
Der Vorschlag,
dass selbst makroskopische Systeme
Zustandsverschränkungen
unterworfen
sind, mag absurd erscheinen. Dieser
Vorschlag kann jedoch nicht einfach
abgewiesen werden. Der Grund ist das
Messproblem in der Quantentheorie.

Es gibt keine offensichtliche Grenze
für die Anwendbarkeit des Formalismus
der Quantentheorie einschließlich des
Superpositions-Prinzips und der Dynamik,
die mit der Schrödingergleichung
gegeben ist und die zu immer mehr
Zustandsverschränkungen führt.


…..........................................................
Randbemerkung 2:
Unsere Sicht der Dinge im makros-
kopischen Sektor der Physik zu
ändern heißt in diesem Falle, zu
akzeptieren, dass die Welt, wie wir
sie wahrnehmen eine andere ist als
die eigentlich existierende. Allein
Quantensysteme zu beobachten
verändert sie.
(
siehe Doppelspalt-Experiment)
…..........................................................

Die berühmten Beispiele:
„Die Kette von Neumann“, und
„Die Katze von Schrödinger“, zeigen das
in drastischer Weise:
In diesen Beispielen setzen sich
Zustandsverschränkungen fort von
einem Quantensystem über makro-
skopische Geräte bis hin zu dem Körper
eines Beobachters oder einer Katze.
Man kann den Quanten-Holismus so
ansehen, dass er sich infolge der
Schrödinger-Dynamik auf alle
physikalischen Systeme erstreckt.
Ich bezeichne diese Position als die
Option für universellen Quanten-
Holismus: Die physikalische Welt ist
ein einziges großes Quantensystem.

Wenn man der Option für universellen
Quanten-Holismus zustimmt, dann kann
man die wissenschaftlichen Theorien
makroskopischer Systeme einschließlich
unseres Alltagsrealismus so ansehen,
dass sie korrekt die Weise beschreiben,
wie uns makroskopische Systeme
erscheinen.
Der Punkt aber ist:
Man kann nicht der Option für
universellen Quanten-Holismus
zustimmen und die ontologischen
Annahmen anerkennen, welche die
Theorien makroskopischer Systeme
einschließlich unseres Alltagsrealismus
enthalten.

Wir könnten die Quantentheorie nicht in
unser bestehendes System des Wissens
integrieren
, sondern müssten umgekehrt
unsere wissenschaftlichen Theorien
makroskopischer Systeme und unseren
Alltagsrealismus der Quantentheorie
anpassen.

Gemäß der Option für universellen
Quanten-Holismus sind die Züge, die
wir in unseren Wahrnehmungs-Über-
zeugungen physikalischen Dingen
zuschreiben, relativ auf die Weise,
wie wir diese Dinge beobachten.
Wenn wir einen universellen Quanten-
Holismus vertreten, dann sind wir auf
die Position festgelegt, dass die
Gegenstände unserer Wahrnehmungs-
Überzeugungen abhängig sind von
unseren Beobachtungsbedingungen,
das heißt, dem Abstrahieren von
Zustandsverschränkungen.


Albert und Loewer, 1988, räumen in
ihrer
Interpretation in Begriffen eines
universellen Quanten-Holismus ein,
dass streng genommen alle unsere
Wahrnehmungs-Überzeugungen
falsch sind. Denn die physikalischen
Dinge haben ja objektiv nicht die Züge,
die wir ihnen in unseren Wahrnehmungs-
Überzeugungen zuschreiben.

Lockwood, 1989, tritt für einen sehr
weitgehenden Repräsentationalismus
ein:
Im Wahrnehmen sind wir uns nicht
physikalischen Dingen unmittelbar
bewusst, sondern mentalen Repräsen-
tationen; nur mentale Repräsentationen
haben die Merkmale, die wir in unserem
Alltagsrealismus physikalischen Dingen
zuschreiben; die Annahme, dass es eine
physikalische Welt gibt, ist ein Schluss
auf die beste Erklärung unserer
mentalen Repräsentationen.

Der gesamte Aufsatz des Dr. Esfeld
und die Schrödinger-Gleichung,
sind im Internet zu finden
.

ALSO ALLES LUG UND TRUG ??

Die Quantenphysik hat die absolute
Existenz der Materie als
Fata Morgana entlarvt.

Der berühmteste, zeitgenössische
deutsche Quantenphysiker
Hans-Peter Dürr (†
2014), viele Jahre
Direktor des Max-Planck-Institutes
für Physik, Schüler Heisenbergs und
Schrödingers, brachte dies mit
einfachen Worten auf den Punkt:
Materie ist im Grunde nicht Materie.
Ich habe fünfzig Jahre über Materie
geforscht, die es gar nicht gibt. Wir
können uns das nicht vorstellen….
Es gibt nur Beziehungsstrukturen, es
gibt keine Objekte. Die Frage, was ist
und was existiert, kann so nicht mehr
gestellt werden.


Vince Ebert schreibt:

Unser Denkorgan rekonstruiert und
interpretiert auf geniale Weise unsere
Umwelt, und das bezeichnen wir als
„Realität“.
Doch tatsächlich ist
da draußennichts
so, wie es unsere Sinne empfinden.
Musik ist nichts weiter als periodische
Schwankungen des Luftdrucks. Wärme
und Kälte sind nichts weiter als Moleküle
die sich mehr oder weniger langsam
bewegen.
Unsere Augen spiegeln uns einen
massiven Stein dort vor, wo in
Wirklichkeit nur ein Vakuum ist, in dem
ein paar Protonen, Neutronen und
Elektronen herumschwirren.

Deshalb sollten wir das Wort „wirklich“
nicht mit zu viel Selbstvertrauen
benutzen. Schon Bienen oder
Fledermäuse nehmen die Umwelt völlig
anders wahr. - Oder ein Neutrino.
Neutrinos sind elektrisch neutrale
Elementarteilchen. Sie können alles
durchdringen, weil sie praktisch nicht
mit Materie wechselwirken. Hätte also
so ein Neutrino Sinnesorgane und ein
Gehirn würde es sagen, dass unsere
gesamte Welt nur aus leerem Raum
besteht.

Faszinierend -Während wir das lesen
und in jedem Augenblick unserer
Existenz durchqueren Millionen von
Neutrinos unseren Körper ohne dass
wir etwas davon bemerken.

Müssen wir also einräumen, dass wir
die Welt und den Alltagsrealismus
nur Inter-subjektiv interpretieren?
Eine Parallelwelt wahrnehmen?
Eine alternative Realität gestalten?
Ist Materie nur ein Traum?
Wessen Traum ist es dann ???

Der irrationale Wille formt das
Universum –
behauptete Schopenhauer.

Fortsetzung folgt:

Emil